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Kindergarten

 

Die Einrichtung einer Kinderschule wurde im Jahr 1920 mit der Gründung des Caritasvereins möglich.

 

 

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Namensliste zum Kindergartenbild (1929/30)

 

  1. Reihe

Schwester …..; Wiedmann; Rosner Franz; Bücheler Hilde (Eckwirt); Blumental Bertl; Maier Lore; Maier Rosel; Pfaff Wilhelmina (Festa); Stukle Klara; Fritzbecka Mari; Mausers Lene; Bletza Male; Bletza Annel; 

 

  1. Reihe

Schmid Karl; Buck Theo; Gaupp Sepp; Maierseppen Brigitte; Fuchsloch Lisa; Holl Hanna; Seifried Klara; Keller Anneliese; Selig Else; Selig Hildegard; Ganter Ruppert; 

 

  1. Reihe

Seifried Wally; Hagel Josefine; Maier Willi; Maier Hannel; Gaupp Pia; Schönle Emma; Schönle Theo (Kellhofer); Häbe Franz; Häbe Lena; 

 

  1. Reihe

Eugen Aßfalg; Bendel Sepp; Bendel Anton; Schmied Josef; List Karl; Polezeis Fanny; Käppelebauers Luise, Done, Mari; Gaupp Done; Gaupp Bertl; Morabastes Resl; Bauknecht Albert; Bauknecht Annel (Sonnenwirt); Stuklebecka Josel; Molers Irma; 

 

  1. Reihe (sitzend)

Bücheler Paul (Eckwirt); Hagel Felix; Ganter Finel; Hugger Lore; Assfalgs Zwillinge; Munding Reinhart (Malers); Schmid Fanny; Weinschenk Alois; 

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Als Räumlichkeit für die Kinder diente ein von den Franziskanerinnen als „Stübl“ bezeichneter Raum im Erdgeschoss des ehemaligen Konventsgebäudes. Der Kinderschule-„Saal“ hatte eine Bodenfläche von 32 qm. Diese Raumgröße gab Pfarrer Nagel in einem Antrag auf Befreiung der behördlichen Bestimmungen an das württembergische Innenministerium weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um der Enge zu entfliehen gab es einen Spielplatz im Garten. Die Bezeichnung Kleinkinderschule war für Unlingen gar nicht so unpassend, denn die Kinder saßen anfangs auf Schulbänken. Im Dezember 1928 hat der Caritasverband zusammen mit Vertretern des Oberamtes und Jugendamtes den Kindergarten besichtigt. In der Rückmeldung an das Pfarramt wird nichts die mäßige Raumgröße gesagt, wohl aber den schulmäßigen Charakter der Einrichtung. Die Anregung der Kommission für den Caritasverein als Träger war: „Vielleicht wäre es möglich, mit der Zeit die Schulbänke durch Tische und Stühle, die der Größe der Kinder entsprechen, zu ersetzen…Allerdings solange der Kindergarten nur 6 Monate im Jahr geöffnet ist, und die Kinder sich meist im Freien aufhalten, ist die Beschaffung von geeigneten Möbeln nicht so nötig, wie dies wäre, wenn der Kindergarten das ganze Jahr geöffnet wäre.“

So sah dies auch der Caritasverein, denn in einem Versammlungsprotokoll heißt es:

 

Generalversammlung Caritasverein, 8. 12. 1930 im Hirsch
Am 5. März 1929 lief vom Jugendamt und Caritassekretariat ein Visitationsbericht ein, worauf die alten Bänke in der Kinderschule ausgeschieden und durch Tische und Stühle ersetzt werden sollen. Die Versammlung kann sich zu der Neu-Einrichtung der Kosten wegen nicht entschließen.

Sechs Jahre später war es dann soweit, es wurde neues Mobiliar bestellt. Laut Rechnungen vom Juni 1936 von den hiesigen Schreinereien Gebr. Kocher und Anton Schmid wurden 40 Stühlchen und 4 Tischchen geliefert.

 

Im winzigen Kindergartenraum herrschte drangvolle Enge:

Jahr   Kinderzahl

 

1937  30

1938  45

1940  54

1941  70

 

1948  35

 

Im Kriegssommer 1941 hat die Kindergartenschwester (Sr. Eusteria) größtenteils ohne Beihilfe beinahe 70 Kinder betreut und so den überlasteten Bauernfrauen viel Mühe und Arbeit abgenommen. Den Richtlinien des Württ. Innenministeriums vom 17.6.1929 nach hätte, da die Kinderzahl die Anzahl 50 überschreitet, eigentlich eine Hilfskraft eingestellt werden sollen. Diese Richtlinie wurde nicht umgesetzt, mit der Einstellung, solange der Kindergarten nur 6 Monate im Jahr geöffnet ist und die Kinder sich meist im Freien aufhalten, schafft das eine Kinderschwester schon alleine. Immer, wenn es möglich war, ging die Kinderschwester mit der Kinderschar in den Garten zum Spielen. 

 

Der konfessionelle Kindergarten, zuletzt geleitet von Schwester Eusteria Rupp, konnte im Sommer 1942 aus politischen Gründen den Betrieb nicht mehr aufnehmen (Siehe Ausführungen im Kapitel „Schwesternstation bis 1943“). Kindergartenschwester Eusteria kehrte im Oktober 1942 nach Reute zurück. Der Kindergarten wurde als NSV-Kindergarten weitergeführt. Die Leiterin war Frl. Manz, Tochter des Tierarztes Manz, von Ertingen. Während der nationalsozialistischen Zeit waren nie weniger als zwei Kindergärtnerinnen tätig.

 

Kurz nach dem Kriegsende im Juli 1945 wandte sich Fräulein Manz an den Bürgermeister und an den Pfarrer mit dem Ansinnen, den Kindergarten wieder aufzumachen. Pfarrer Schoch wies dies in einem Schreiben an Bürgermeister eindeutig zurück. Er stellte klar, dass man nach einem im Auftrag des Gouvernement militär vom Landrat gegeben Erlasses nur zur Eröffnung von konfessionellen Kindergärten ermächtigt sei. „Da dieses vom Pfarramt auzugehen hat und ein Fräulein, das bisher als Leiterin des NSV-Kindergartens im Dienst der NSDAP stand, vielleicht als PG noch enger mit derselben verbunden war, so kann ich zu dem Geplanten nicht zustimmen.“

 

Pfarrer Schoch erreichte mit Klosterschwestern aus Untermarchtal die Wiedereröffnung eines kirchlichen Kindergartens (siehe Ausführungen im Kapitel „Neubeginn mit den Schwestern aus Untermarchtal“).

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Im Sommer 1947 kam Kinderschwester Dorina vom Kloster Untermarchtal nach Unlingen, der konfessonelle Kindergartenbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Die Öffnungszeiten waren sehr familienfreundlich, von 9 bis 12 Uhr morgens und von 1 bis 6 nachmittags konnten die Kinder zu Schwester Dorina gebracht werden. 50 Kinder und mehr waren keine Seltenheit. An den sehr beengten Platzverhältnissen hat sich nichts geändert.

 

​Kinderschüler im Garten mit Schwester Confessa und Mazeda​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

Westflügel EG Kindergarten.jpg

Der Kindergartenraum

Die Küche der Schwestern

Kindergarten-Eingang

Westflügel alt Kindergartentor.jpeg

Bau eines neuen Kindergartengebäudes mit Schwesternwohnung 

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Das Innenministerium Baden-Wüttemberg veröffentlichte mit Erlass vom 2.7.1959  (GABl S. 323) neue Richtlinien für die Einrichtung und den Betrieb von Kindertagesstätten. Auf Drängen verschiedener Verbände wurden Vorgaben hinsichtlich Gruppenstärke und Personal verändert, um den weithin zu beobachtenden Überforderungen des Kindergartenpersonals entgegen zu wirken. Für die Anpassung dieser Richtlinien war eine Übergangszeit von drei Jahren vorgesehen. Diese Richtlinien waren für viele Einrichtungen vorläufig nicht erfüllbar. So auch für den Kindergarten in Unlingen. Am 5.5.1961 ergaben sich dann auch bei einer Visitation des Caritasverbandes und des Jugendamtes erhebliche Beanstandungen. Die Beurteilung fiel in jeglicher Hinsicht schlecht aus. Bei einem Besuch der Schwesternstation brachte zudem die Ehrwürdige Frau Mutter von Untermarchtal ihren Wunsch zum Ausdruck, dass für die Schwestern die Wohnverhältnisse gebessert werden sollten, zumal die in Kürze zu erwartende neue, jüngere Schwester nicht gern in diese Wohnung einziehen würde. Es war offensichtlich, dass innerhalb der jetzigen Räumlichkeiten keine zukunftsträchtige Lösung geschaffen werden konnte. Die Beschaffenheit der Räumlichkeiten war nicht mehr zeitgemäß und konnte den Schwestern und den Kinder nicht mehr zugemutet werden.

Ende des Jahres 1962 wurde Architekt Mayer aus Göffingen damit beauftragt, einige Skizzen und Vorschläge für den Neubau eines Kindergartens anzufertigen. Man entschloss sich zum Bau eines neuen Kindergartengebäudes und ein vom Kindergarten getrenntes Schwesternwohngebäudes im Pfarrgarten südwestlich des Pfarrhauses. Die Baukosten wurden auf 280000 DM veranschlagt, die bürgerliche Gemeinde war bereit, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. 

Anfangs Juli 1963 kamen Schwester Richardina und Schwester Mellona nach Unlingen. Sie lösten die bisherigen Schwestern Confessa und Mazeda ab.

 

 

Die beiden neuen Schwestern mussten noch zweieinhalb Jahre mit den bisherigen Verhältnissen im Klosterhof auskommen. 

Der Rohbau des Vorhabens wurde im Jahr 1964 erstellt. Der Neubau wurde im Dezember 1965 bezogen. Am 8. Dezember 1965 war Einweihungsfeier, die Fertigstellung der gesamten Anlage zog sich jedoch noch bis ins nächste Jahr hin. 

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