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Franziskanerinnenkloster Maria Heimsuchung
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Das geistliche und kirchliche Leben in der Gemeinde wurde über Jahrhunderte hinweg entscheidend durch das Frauenkloster geprägt. 500 Jahre lang lebten, beteten und arbeiteten Schwestern des franziskanischen Drittordens in Unlingen. Zwischen den Jahren 1830 und 1920 gab es kein Schwesternleben in Unlingen. Die letzte Schwester aus Untermarchtal, Krankenschwester Ermenburgis, wurde 1980 abberufen.
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Frauensammlung
Mit der Idee zusammen ein frommes, gottgefälliges Leben zu führen, hatten sich drei Frauen in Unlingen niedergelassen. Das war im Jahr 1414, sechs Jahre später zogen sie in ein Nebengebäude der Kirche. Damals war die Pfarrei im Herrschaftsbereich der Ritter Walther von Ellerbach, der den inzwischen 13 Schwestern im Jahr 1461 das Haus überschrieb.
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​Klostergründung
Gründungsurkunde vom 1. Juli 1461
1461 gliedert sich die schon beinahe fünfzig Jahre bestehende Frauensammlung in den Franziskanerinnenorden ein und erhalten die kirchliche Anerkennung für ihre Terziarinnengemeinschaft.
Mit der Gründungsurkunde vom 1. Juli 1461 und einer damit verbundenen bischöflichen Bestätigung nimmt das Franziskanerinnenkloster Maria Heimsuchung seinen Anfang. 12 Schwestern waren zu Beginn, über 20 Schwestern hinaus ist die Zahl nie gestiegen.​​​
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Erste Klosterbeschreibung
Über 300 Jahre später erscheint die erste Klosterbeschreibung. 1780 veröffentlichte Andreas Fidler (alias Marianus) die „Geschichte der ganzen österreichischen, weltlichen und klösterlichen Klerisey beyderley Geschlechts“.
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Anna Johanna Hermanutz
Die starke Frau der Unlinger Geschichte
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Ihrer Tatkraft und Energie verdanken die Franziskanerinnen nach dem Niedergang im 30jährigen Krieg nicht nur den Fortbestand und eine Reform ihrer klösterlichen Gemeinschaft.
Unter ihrer Führung erlebte das Kloster einen erstaunlichen Aufschwung. Sie ließ auch den das Dorfbild prägenden Klosterkomplex aus den Jahren 1669-1671 und kurz später die Kernmühle erbauen.
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Reformationszeit
Eine Marienstatue wird nach Unlingen gebracht. Als "Muttergottes auf der Saul" wird sie in der Pfarrkirche verehrt. Heute schmückt sie dan Altar der Klosterkapelle.
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Klosteraufhebung
Das Kloster wurde im Jahre 1782 durch Kaiser Joseph II aufgelöst. Die Klostergebäude und der Grundbesitz wurden von der Gemeinde aufgekauft. Die damaligen 16 Franziskanerinnen entschieden sich ohne Ausnahme dafür, ihre restlichen Lebensjahre als weltliche Institutsfrauen im eigens dafür eingerichteten Fraueninstitut in Unlingen zu verbringen. Erst im Jahr 1830 verstarb die letzte der ehemaligen Schwestern. Mit dem Tod von Schwester Electa Rieger endete das Unlinger Frauenkloster.
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Ordensschwestern aus Reute und Untermarchtal
In den ehemaligen Konventsgebäuden wurde 1920 mit Schwestern aus Reute eine Kinderschule unter kirchlicher Trägerschaft eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schwesternstation mit Kindergarten und Krankenpflege, wiederum unter kirchlicher Trägerschaft, von den Vinzentinerinnen aus Untermarchtal fortgeführt.
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Klosterkapelle
Die erste kleine Kapelle des Klosters aus der Zeit von Mutter Hermanutz wurde 1728 erweitert.
Der Altarraum ist noch weitgehend erhalten. Die Kapelle wird heute vielfältig von der Kirchengemeinde genutzt.






