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Daran wird noch gearbeitet

2024

Kloster Westansicht_edited.jpg

1882

Foto KlosterUnlingen.jpeg

Maler Josef Klein aus Saulgau

fertigte im Jahr der Klosterauflösung 1782 vom Franziskanerinnenkloster diese beiden Zeichnungen an. Der Auf- und Grundriss erlauben einen detailreichen Blick in die Klosteranlage. War dies eine Art bildlicher Bestandsaufnahme, in der Erwartung, dass das Kloster bald verkauft werden konnte?

Die Konventgebäude der Schwestern waren der westliche Flügel und der sich an die Kapelle anschließende Südflügel. Die Gast- und Handwerkergebäude mit Durchgang in den Klosterinnenhof befanden sich im östlichen Flügel. Im unteren Hof waren die landwirtschaftlichen Gebäude mit Stallungen, Scheuer und Fischteichen.

Vor 50 Jahren

Kloster Westflügel mit Klosterbrunnen a

Vor 100 Jahren

Das Haus der Schwestern hat Vieles schon erlebt und beherbergt

Vom Erzherzog bis zum Obdachlosen

Die Kapelle der Franziskanerinnen von Unlingen

Vor dem Bau der ersten Kapelle benutzten die Schwestern für ihre Gebete einen Betchor in der Pfarrkirche. Dieses Oratorium schenkte ihnen Ritter Walter von Ellerbach. Von ihrem    ehemaligen Klostergebäude aus hatten sie einen eigenen Zugang dazu. Über zweihundert Jahre lang beteten die Franziskanerinnen in der alten beinahe baufälligen Pfarrkirche.

Im Jahre 1688 ging für sie ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Mit der feierlichen Einweihung der ersten, noch kleinen Klosterkapelle konnten sie endlich ungestört in einer eigenen Kapelle die klösterlichen Tagesgebeten verrichten.

Am 24. September 1687 war feierliche Einweihung durch Weihbischof Johann Wolfgang von Bodmann.Die Kapelle wurde unter dem Namen „Mariä Heimsuchung“ der Gottesmutter geweiht. Der damals einzige Altar wurde neben anderen Heiligen dem Ordensgründer Franziskus geweiht, dessen Reliquie er enthält.

 

Um die bescheidene Ausstattung der Kapelle zu ergänzen, schickte die damalige Klostervorsteherin Anna Johanna Hermanutz zwei Schwestern zum Almosen sammeln nach Innsbruck und Wien. Reich beschenkt kehrten sie viele Monate später wieder zurück. Neben großzügigen Stiftungen für Jahrtage brachten die beiden Franziskanerinnen auch kostbare Gegenstände mit, gestiftet von der Kaiserin und der Königin von Polen. Wie vieles andere Wertvolle gingen diese Gaben während der Aufhebung des Klosters im Jahre 1782 verloren.

 

Schon knapp 30 Jahre nach der Einweihung der doch zu kleinen Kapelle wurde sie über die heutigen Maße hinaus vergrößert und gänzlich in den Südflügel des Klosterkomplexes eingefügt. Sogar eine Empore wurde errichtet, auch die heute noch vorhandene Gruft entstand in dieser Zeit. In der Gruft wurden 14 Schwestern und ein Franziskanerpater bestattet.

 

Die frühbarocken Seitenaltäre wurden während der Vergrößerung der Kapelle aufgestellt. Sie waren ursprünglich mit Gemälden  von Spiegler geschmückt. Die Bildnisse zeigen die hl. Elisabeth und den hl. Franziskus, heute sind diese Tafeln an den Seitenaltären der Pfarrkirche.

 

 

 

​​Das Deckengemälde zeigt, wie Franziskus die Wundmale Jesu Christi empfängt. 

 

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Beim Abbruch des Kloster-Südflügels 1885 wurde die Kapelle verkürzt, der Eingangsbereich musste neu erstellt werden. Seit 1932 grüßt ein Bildnis des Ordensgründers Franziskus die Eintretenden. Der Unlinger Bildhauer Prof. Rieber hat das Werk geschaffen.

Um während der Reformationszeit ihre spätgotische Statue der Gottesmutter in Sicherheit zu bringen, haben Franziskanerinnen aus Schorndorf diese den Unlinger Schwestern anvertraut. Durch die wundersame Heilung eines Kindes gleich am Tag der Ankunft, entwickelte sich eine Wallfahrt zur “Muttergottes auf der Saul“. Erst während des Neubaus der Pfarrkirche um 1713 wurde die Statue in der Klosterkapelle aufgestellt. Noch immer kommen die Gläubigen zu diesem Gnadenbild und tragen ihr betend die  Alltagsnöte vor.

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