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1749    Franz Karl Christoph Kleber

Er gab der Kircheninneren sein jetziges Gesicht

 

Pfarrherr Dekan Franz Karl Christoph Kleber

Geboren in Riedlingen, 18.9.1710

 

Studium der Theologie, mit Abschluss als Doktor der Theologie

Mit 23 Jahren, 1733, zum Priester geweiht

Pfarrer in Grundsheim

Dekan des Landkapitels Munderkingen

Ab 1749 Pfarrer in Unlingen

Verstorben am 7. Mai 1785 in Unlingen

Hier auf dem Friedhof vor der Pfarrkirche beigesetzt

 

 

Während seiner Zeit als Pfarrer in Unlingen begannen die politischen Umwälzungen, die die katholische Kirche in Europa und auch ganz direkt unsere eigene Kirchengemeinde sehr stark betrafen:

Der Geist der Aufklärung, der zur Säkularisation führte, samt Auflösung des Unlinger Frauenklosters.

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​​​​Das Porträtbild zeigt ihn als stattlichen Herrn. Er war noch ein echter Pfarrherr. Von begüterter, städtischer Herkunft aus Riedlingen konnte er es sich leisten, einen Großteil der Kosten seiner Baumaßnahmen aus eigenen Mitteln beizusteuern.

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Bauherr

Pfarrhof, Pfarrhaus

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Bauherr

Hochaltar

Er gab dem Unlinger Gotteshaus durch die Gestaltung des Chorraumes das heutige Gesicht.

Nach einem Blitzschlag wurde es notwendig den Chorraum zu renovieren. Von den erforderlichen Kosten übernahm er 2500 Gulden. 1772-1773 wurde der Hochaltar so errichtet, wie er heute noch ist. Dazu beauftragte er die anerkannten Riedlinger Künstler Johann Joseph Christian (Vater) und Franz Joseph Christian (Sohn).

Durch das Anbringen seines persönlichen Wappens ganz hoch oben am Altar zeigt er deutlich das damalige Selbstverständnis eines Pfarrherrn.

1780 wurde auch noch das Chorgestühl erneuert, es wurde von Franz Joseph Christian angefertigt.

 

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Gestalter​​​​​​​​

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Mit großen Summen aus seinem privaten Vermögen hat er bauen lassen. Er gestaltete das Kircheninnere, Pfarrhaus  und den Pfarrhof so, wie wir dies heute noch haben und schätzen.

 

Schon 5 Jahre nach seinem Amtsantritt lies er 1754 ließ er das repräsentative und großzügig gestaltete Pfarrhaus erbauen. Mit 6000 Gulden aus eigenen Mitteln beteiligte er sich daran.

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Das Pfarrhaus hat eine herrschaftliche Gestaltung, großzügige Gänge, einen imponierenden Treppenaufgang, mit dem König der Tiere, dem Löwen, als Zierrat am Treppengeländer.

Kleber Porträt.jpg

Kirchenpatrozinium

Spätestens während der Pfarramtszeit von Dekan Kleber wurde das Kirchenpatrozinium am 8. Dezember am Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens gefeiert. Heute nennt sich unsere Pfarrei deshalb Maria Immaculata.

 

​Die Haushälterin des Dekans stiftete 1763 einen neuen mittleren Altar. Das Prunkstück dieses Altars ist die Pieta von Joh. Jos. Christian, die heute in einer Nische an der rechten Seitenwand steht.

Kirchengeschichtsforscher

Pfarrer Kleber verfasste ein kirchliches Directorium für die Pfarrei Unlingen. Darin ist in Latein geschrieben, eine Beschreibung der Pfarrkirche, eine Gottesdienstordnung für Sonn- und Festtage, die Gestaltung der Heiligen Woche vor Ostern.

Besonders erwähnenswert ist eine Auflistung aller Unlinger Pfarrer. Auf diese Vorarbeit bezieht sich auch die Pfarrerliste, die Theodor Selig im Heimatbuch veröffentlichte.

 

Institutsdirektor

Ein trauriges Kapitel am Ende seiner Arbeit als Pfarrer von Unlingen war die Auflösung des Frauenklosters. Auf Geheiß des Konstanzer Bischofs musste er den Auflösungskommissär  bei dessen Arbeit unterstützen. Das Franziskanerinnenkloster wurde zu einem weltlichen Fraueninstitut umgewandelt. Kleber übernahm die Aufgabe des Beichtvaters und Institutsdirektors der ehemaligen Schwestern.

 

Gedenktafel

Kurz nach seinem goldenen Priesterjubiläum verstarb er am 7.5.1805 in Unlingen. Auf dem Friedhof vor seiner Pfarrkirche wurde er bestattet. Mit einer Gedenktafel an der Kirche wurden seine Verdienste gewürdigt:

 

F.K. Christoph Kleber, Der Gotteslehre Doctor, geistlicher Rath, Unter Dechanten Senior Hiesigen Klosterinstituts Direktor, Jubilierter Priester, Verdientester Pfarrer dieses Orts, Von 1749 bis 7. Mai 1785, Bittet um ein heiliges Andenken.

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